Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.

Solaranlage planen in der Schweiz – Der komplette Leitfaden

Von der Machbarkeitsanalyse über die Offertphase bis zur Inbetriebnahme: So planen Sie Ihre PV-Anlage richtig und vermeiden kostspielige Fehler.

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In 7 Schritten zur eigenen Solaranlage

Die Planung einer Solaranlage in der Schweiz folgt einem bewährten Ablauf. Mit der richtigen Vorbereitung und einem strukturierten Vorgehen stellen Sie sicher, dass Ihre PV-Anlage optimal dimensioniert ist und die bestmögliche Rendite erzielt. Hier sind die sieben wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenen Solaranlage.

Schritt 1: Dach-Check und Eignungsanalyse

Bevor Sie Offerten einholen, sollten Sie die grundsätzliche Eignung Ihres Daches prüfen. Die wichtigsten Kriterien sind die Dachfläche, die Ausrichtung, die Neigung und der Zustand der Dachkonstruktion. Ein Süddach mit 25 bis 35 Grad Neigung ist optimal, aber auch andere Ausrichtungen können sich sehr gut rechnen. Nutzen Sie das Solarkataster Ihres Kantons oder das nationale Sonnendach-Tool (sonnendach.ch), um eine erste Einschätzung des Solarpotenzials Ihres Daches zu erhalten.

Prüfen Sie auch mögliche Verschattungen durch Bäume, Nachbargebäude, Kamine oder Dachaufbauten. Selbst kleine Verschattungen können den Ertrag erheblich reduzieren, wenn die Module in Reihe geschaltet sind. Moderne Leistungsoptimierer oder Mikro-Wechselrichter minimieren den Einfluss von Teilverschattung.

Schritt 2: Verbrauchsanalyse und Dimensionierung

Analysieren Sie Ihren aktuellen Stromverbrauch anhand der letzten Jahresabrechnungen. Berücksichtigen Sie auch zukünftige Veränderungen: Planen Sie eine Wärmepumpe, ein Elektrofahrzeug oder eine Vergrösserung des Haushalts? Die optimale Anlagengrösse richtet sich nach dem Gesamtverbrauch und dem angestrebten Eigenverbrauchsanteil.

  • 4'000–6'000 kWh/Jahr (Standard-EFH): 8–12 kWp empfohlen
  • 8'000–12'000 kWh/Jahr (EFH mit Wärmepumpe): 12–16 kWp empfohlen
  • 10'000–15'000 kWh/Jahr (EFH mit WP + E-Auto): 14–20 kWp empfohlen

Schritt 3: Offerten einholen und vergleichen

Holen Sie mindestens drei Offerten von verschiedenen Installateuren ein. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern vergleichen Sie auch die vorgeschlagenen Komponenten (Modultyp, Wechselrichter, Unterkonstruktion), die Garantiebedingungen und die Erfahrung des Installateurs. Ein guter Installateur sollte Swissolar-Mitglied sein, über eine ESTI-Bewilligung verfügen und Referenzen in Ihrer Region vorweisen können.

Wichtige Punkte im Offertvergleich:

  • Preis pro kWp installierte Leistung (der wichtigste Vergleichswert)
  • Modultyp und Wirkungsgrad (monokristallin, Hersteller, Garantie)
  • Wechselrichtertyp (String-Wechselrichter vs. Mikro-Wechselrichter)
  • Produktgarantie und Leistungsgarantie der Module (mindestens 25 Jahre)
  • Garantie auf die Installationsarbeit (mindestens 5 Jahre)
  • Inkludierte Leistungen (Gerüst, Elektroinstallation, Netzanschluss)

Schritt 4: Baumeldung oder Bewilligung

Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes 2014 sind Solaranlagen auf Dächern in den meisten Schweizer Kantonen lediglich meldepflichtig, sofern sie genügend an die Dachfläche angepasst sind. Die Meldung erfolgt bei der Gemeinde, typischerweise 30 Tage vor Baubeginn. In Kern- und Schutzzonen sowie bei denkmalgeschützten Gebäuden kann eine ordentliche Baubewilligung erforderlich sein.

Schritt 5: Förderantrag bei Pronovo

Schritt 6: Montage und Elektroinstallation

Die eigentliche Montage einer EFH-Solaranlage dauert in der Regel 2 bis 4 Tage. Der Ablauf umfasst die Gerüststellung, die Montage der Unterkonstruktion, das Verlegen der Module, die Verkabelung und die Installation des Wechselrichters. Die Elektroinstallation beinhaltet den Zählerschrankumbau, den Anschluss des Wechselrichters und die Einrichtung des Monitoring-Systems.

Schritt 7: Netzanschluss und Inbetriebnahme

Nach der Installation meldet Ihr Installateur die Anlage beim Verteilnetzbetreiber (VNB) an. Der VNB installiert den bidirektionalen Stromzähler, der sowohl den Strombezug als auch die Einspeisung misst. Nach der Schlussabnahme und der Inbetriebnahme produziert Ihre Solaranlage Strom und Sie profitieren sofort von tieferen Stromkosten.

Häufige Planungsfehler vermeiden

  • Unterdimensionierung: Berücksichtigen Sie zukünftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto
  • Nur den Preis vergleichen: Qualität der Komponenten und Garantien sind langfristig wichtiger
  • Verschattung unterschätzen: Lassen Sie eine professionelle Verschattungsanalyse durchführen
  • Förderungen vergessen: Pronovo, Kanton und Gemeinde bieten verschiedene Fördertöpfe
  • Steuerabzug nicht nutzen: Die Investitionskosten sind als werterhaltende Massnahme vollständig abzugsfähig

Zeitplan: Vom Erstgespräch bis zur Inbetriebnahme

Der gesamte Prozess von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme dauert typischerweise 2 bis 4 Monate. In Zeiten hoher Nachfrage kann es etwas länger dauern. Eine frühzeitige Planung im Herbst oder Winter empfiehlt sich, damit die Anlage im Frühling montiert werden kann und den maximalen Sommerertrag mitnimmt.

  • Woche 1–2: Offerten einholen und vergleichen
  • Woche 3: Installateur beauftragen, Baumeldung einreichen
  • Woche 4–6: Wartezeit Baumeldung (30 Tage), Förderantrag Pronovo
  • Woche 6–10: Materialbestellung und Terminplanung
  • Woche 10–12: Montage und Elektroinstallation (2–4 Tage)
  • Woche 12–14: Netzanschluss und Inbetriebnahme

Häufige Fragen – Solaranlage Planung

Wie lange dauert die Planung und Installation einer Solaranlage?

Von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme dauert es typischerweise 2 bis 4 Monate. Die Montage selbst nimmt bei einem Einfamilienhaus nur 2 bis 4 Tage in Anspruch.

Brauche ich eine Baubewilligung?

In den meisten Kantonen genügt eine einfache Baumeldung, sofern die Anlage genügend an die Dachfläche angepasst ist. In Schutzzonen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden kann eine ordentliche Bewilligung nötig sein.

Wie finde ich einen guten Solarinstallateur?

Achten Sie auf Swissolar-Mitgliedschaft, ESTI-Bewilligung, regionale Referenzen und mindestens 5 Jahre Erfahrung. Holen Sie immer mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie Preis, Komponenten und Garantien.

Welche Schritte umfasst die Planung?

Die sieben Schritte sind: Dach-Check, Verbrauchsanalyse, Offerten einholen, Baumeldung, Förderantrag bei Pronovo, Montage und Elektroinstallation sowie Netzanschluss und Inbetriebnahme.

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